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Wir trauern um Winni Duffner

19Sep2016

Am 15.09.2016 ist Dr. Winfried Duffner im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war in den 1980iger Jahren und zwischen 2003 bis 2013 Natur- und Umweltschutzreferent des DAV Ravensburg. Als Doktor der Forstwissenschaften, passionierter Botaniker, begeisterter Berggänger und Vereinsmensch war Winnie geradezu der Idealtypus für das Amt eines Naturschutzreferenten. Aber solch eine plakative Beschreibung wird ihm niemals gerecht. Während seiner ersten Amtszeit musste er laut eigenen Erzählungen die oft selbstreferentiellen Grabenkämpfe der Fundamentalisten sowohl auf Seiten der Konservativen als auch auf Seiten der aufkommenden Naturschutzbewegung erleben. Und da war es auch seine Aufgabe, die Position des DAV Ravensburg zu entwickeln und zu vertreten. Dies ist ihm gelungen, weil er mit Sinn und Verstand an die Sachen heranging und weil er gut zuhören und damit auch vermitteln konnte. So fand sich oft ein Kompromiss, mit dem alle gut leben konnte. Dann verschlug es ihn wegen seines Berufs nach Bayern.

Mit pensionsbedingter Rückkehr nach Oberschwaben trat er die Stelle erneut an und gestaltete sie nach seinen Ideen und Vorstellungen. Und das sehr zum Vorteil des DAV Ravensburg: Unter dem Titel Quo vadis Alpenlandschaft organisierte er eine Podiumsdiskussion mit verschiedenen Experten und besonders auch mit den Freunden der italienischen Partnersektion Rivoli. Aus den Beiträgen der Teilnehmer entstand eine deutsch-italienische Publikation. Ein Fotowettbewerb zu dem Thema schaffte einen angemessenen bildlichen Rahmen und es folgten noch mehrere interessante Veranstaltungen, mit denen der DAV Ravensburg dank Winnie Zeichen im Bereich Naturschutz setzen konnte. Auch für die Idee eines Heidi-Ziegenpeter Stipendiums konnte sich Winnie begeistern und organisierte dank seiner guten Kontakte Familien auf Allgäuer Sennalpen, bei denen die Stipendiaten mitarbeiten und leben konnten.

Ihm war es immer ein großes Anliegen, den Naturschutz im DAV der breiten Masse der Mitglieder zu vermitteln und so ging er später dazu über, botanische Wanderungen im Programm anzubieten oder gleich direkt Gruppen, vor allem auch mit den Kindern und Jugendlichen, als Naturschutzführer zu Wanderungen im normalen Programm des DAV Ravensburg zu begleiten. In seiner Publikation "Blumen am Wegesrand" hat er die unglaubliche Vielfalt an Fauna und Flora im Bereich der Ravensburger Hütte fotografisch erfasst und zu Papier gebracht. Die Broschüre fand reißenden Absatz und musste nachgedruckt werden.

Und Winnie ließ es sich nie nehmen, zu fast jeder kulinarisch geprägten Veranstaltung des DAV Ravensburg einen gescheiten Bergkäse persönlich von der Alpe Helmingen oder von der Alpe Lache im Lecknertal zu holen. Er konnte durchaus einen Abend mit Elmar Bereuter diskutieren, wo es den besten Bergkäse im Allgäu bzw. im Bregenzerwald gibt. Als profunder Kenner des Allgäus sprach er die unterschiedlichen Dialekte der Region und konnte sie auch noch theoretisch analysieren.

Er war Mitglied des Beirates und hörte viel zu. Wenn er dann einmal sprach, hatte er etwas zu sagen und gerade bei den zahlreichen wirtschaftlichen Entscheidungen der letzten Jahre (Kletterhalle/Ravensburger Hütte/Vereinszentrum) brachte er sein profundes betriebswirtschaftliches Wissen in die Diskussionen ohne jeden Anschein des Belehrenden ein.

Mit auf Tour sorgte Winni mit Gitarre und Gesang für beste Unterhaltung.

Zudem hat er dank seiner italienischen Sprachkenntnisse die Partnerschaft mit den Bergfreunden aus Rivoli intensiviert und viele Begegnungen und gemeinsame Tourenwochen organisiert und mitbegleitet.

Wir verlieren einen besonderen Freund, der neben all seinen anderen Interessen immer für den DAV Ravensburg da war und mit seiner stillen, unprätentiösen aber doch leidenschaftlichen Art den DAV Ravensburg mitgeprägt hat. Unsere Gedanken sind bei Gertrud, seiner Frau und seiner Familie!